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Röhrenglocken

Röhrenglocken, mein erstes selbst gebautes Instrument, das ich mit ein paar Musikerkollegen zusammen gebaut habe. Gebaut haben wir sie für unseren lokalen Musikverein, die Stadtmusik Engen, wo sie heute sehr oft in Gebrauch sind.

Diese Vorstellung wird keine Bauanleitung, jedoch kann ich auf Nachfrage auch gerne einige Tipps zum Bau von Röhrenglocken geben. Über eine kleine Spende würde ich mich sehr freuen.

Hier ein paar Kurze Infos:

  • pulverbeschichteter geschweißter Stahlrahmen
  • Rohre aus gezogenem Messing Ø=38mm mit einer Wandstärke von 2mm
  • eineinhalb Oktaven, C5-F6
  • Dämpfer aus Holz

 

 

Im Bereich FAQ gibt es viele zusätzliche Infos und Tipps zum Bau von Röhrenglocken.

 

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selbst gebaute Röhrenglocken - 3D- Modell

Zum Beginn des Projekts war wie so oft zuerst die Planung.

Ich mache gerne detaillierte CAD-Modelle meiner Projekte um Probleme bevor sie auftreten zu erkennen und zu beseitigen. Links seht ihr das gerenderte Modell der Röhrenglocken.

Zugeschnittene Rohre für die selbst gebauten Röhrenglocken, DIY tubular bells, Max Hinze
Zugeschnittene Rohre

Das wichtige bei Röhrenglocken ist, dass die Rohre aus denen sie gebaut werden aus gezogenen und nicht aus geschweißten Rohren bestehen.

Die Rohre schneidet man am besten immer etwas länger wie sie später sind um etwas Spiel beim Stimmen zu haben.

 

Röhrenglockenhalter aus Edelstahl, selbst gebaute Röhrenglocken, DIY tubular bells, Max Hinze
Röhrenglockenhalter aus Edelstahl

Die Röhrenglockenhalter habe ich mir aus Edelstahl lasern und biegen lassen. Auf dem Bild links ist so ein Halter in Nahaufnahme zu sehen.

geschweißter Rahmen für die selbstgebauten Röhrenglocken, Max Hinze, DIY tubular bells
geschweißter Rahmen

Der Rahmen ist mit Vierkantrohren aus Stahl aufgebaut worden. Vor dem schweißen des Rahmens wurden alle Löcher gebohrt. Der Rahmen ist für bessere Stabilität mit Querstreben verstärkt

Bohrungen für die Röhrenglockenhalter, selbst gebaute Röhrenglocken, DIY tubular bells, Max Hinze
Bohrungen für die Röhrenglockenhalter

Links sieht man die Detailbild des oberen Rahmenteils.

gut zu erkennen sind die vorgebohrten Löcher für Die Röhrenglockenhalter sowie die bereits verschliffenen Schweißstellen.

Höhenverstellung der Füße, selbst gebaute Röhrenglocken, DIY tubular bells, Max Hinze
Höhenverstellung der Füße

Das komplette Gestell ist mit Hilfe von Schrauben an den Rollen in der Höhe verstellen. Dadurch lässt sich das gestell ins Wasser stellen. Dadurch haben die Rohre bei gedrücktem Dämpferpedal (Dämpfer offen) kein Kontakt zum Dämpferfilz und sie können frei schwingen,

Dämpfermechanismus. selbst gebaute Röhrenglocken, DIY tubular bells, Max Hinze
Dämpfermechanismus

Der Dämpfer wurde aus Multiplexplatten gebaut. Die obere und untere Platte ist fest und unbeweglich. Die mittlere Platte lässt sich durch ein Seilzug bewegen. im unbetätigten Zustand sind die Rohre gedämpft. In dieser Position werden sie mit Hilfe einer Feder gehalten. Der Seilzug wird mittels eines Fußpedals betätigt und verschiebt die bewegliche Platte so, dass die Löcher der beweglichen und die Löcher der festen Platten genau gegenüber sind. Die Röhren hängen dann frei und sind ungedämpft. Die Löcher in den Dämpferplatten sind mit Filz ausgekleidet um ein geräuschloses Dämpfen zu ermöglichen. Die Löcher selbst sollten sehr genau gebohrt werden, damit auch jedes Rohr optimal gedämpft wird.

Die Federspannung lässt sich mit Hilfe der Rändelschraube einstellen.

Dämpfermechanismus Deteilaufnahme, selbstgebaute Röhrenglocken, DIY tubular bells, Max Hinze
Dämpfermechanismus Deteilaufnahme

Auf der Detailaufnahme des Dämpfermechanismus lässt sich die Feder gut erkennen. Diese ist übrigens eine Feder für eine Fußmaschine eines Schlagzeugs. Die bewegliche Platte gleitet mit den Filzstreifen (auf dem Bild links) auf zwei Aluwinkeln, einer oben und einer unten. Dadurch wird die Platte immer in Position gehalten und die Bewegung ist lautlos.

Befestigung der Röhrenglocken, selbst gebaute Röhrenglocken, DIY tubular bells, Max Hinze
Befestigung der Röhrenglocken

Durch jedes Rohr sind Löcher gebohrt. Durch diese Löcher ist ein Kunstoffummanteltes Stahlseil geführt. an dessen Enden sind zwei Ringkabelschuhe gecrimpt. Die Ringkabelschuhe sind dann mit dem Rahmen verschraubt und das Seil liegt in den Röhrenglockenhaltern.

Die Rohre wurden vor dem endgültigen Stimmen zu einer matten Oberfläche geschliffen und dann mit Klarlack lackiert um die Oberfläche zu schützen.

Vor dem Lackieren wurde in jedes Rohr noch der Notenname mit einem Laser eingraviert.

Fertige Röhrenglocken mit Dämpferpedal, selbst gebaute Röhrenglocken, DIY tubular bells, Max Hinze
Fertige Röhrenglocken mit Dämpferpedal

Die fertigen Röhrenglocken im Probelokal der Stadtmusik Engen. Das Dämpferpedal ist aus einem alten Hihat, welches umgebaut wurde.

mechanischer Aufbau

Da ich inzwischen schon einige male nach dem Aufbau des Dämpfungsmechanismus gefragt wurde, werde ich mal versuchen diesen zu erklären. Der Rahmen der Röhrenglocken besteht aus geschweißtem Vierkantstahl. Der Dämpfungsmechanismus ist aus 15mm dickem Multiplex- Platten gefertigt. Er besteht aus zwei festen Dämpferplatten, sowie einer beweglichen Platte in der Mitte. Das Bild unten soll einen Überblick über den grundlegenden Aufbau der Röhrenglocken vermitteln.

Röhrenglocken, selbst gebaut, Max Hinze, Stadtmusik Engen
Schematischer Aufbau der Röhrenglocken

Die festen Dämpferplatten haben löcher mit einem Durchmesser von 50mm die mit 2mm dickem Filz ausgekleidet sind. Die Löcher der festen Dämpferplatten sind so positioniert, dass die Rohre (wenn die bewegliche Platte nicht wäre) genau mittig hindurchgehen und das Filz nicht berühren, bzw. quasi frei hängen.

 

Die bewegliche Dämpferplatte ist linear beweglich und kann über einen Bowdenzug mit Hilfe eines Pedals bewegt werden. Im normalen Zustand (Dämpferpedal nicht gedrückt) wird die bewegliche Dämpferplatte durch eine Zugfeder in Ausgangslage gezogen, so dass alle Röhrenglocken gedämpft werden.

Das Bild unten Zeigt die bewegliche Dämpferplatte im ungedämpften Zustand.

Sie wird über zwei Aluminiumwinkel geführt. Damit die Mechanik wartungsfrei, geräuschlos und reibungslos funktioniert, werden die Enden der beweglichen Dämpferplatte mit Filz (im Bild rot dargestellt) verkleidet. Somit gleitet sie in der Auluminiumwinkelführung.

Röhrenglocken, selbst gebaut, Max Hinze, Stadtmusik Engen
Dämpfungsmechanismus schematischer Aufbau

Für den Bowdenzug (das Zugseil) ist ein Aluminiumwinkel mit entsprechender Aufnahme für die Hülse des Bowdenzuges auf der festen Dämpferplatte angebracht. an der beweglichen Dämpferplatte ist ein entsprechender Winkel mit Aufnahme für den Kopf der Stahlsehne des Bowdenzuges angebracht. Somit kann die  bewegliche Dämpferplatte durch drücken des Pedals, welches einen Zug am Bowdenzug auslöst verschoben werden, damit die Röhrenglocken frei schwingen können.

Röhrenglocken, selbst gebaut, Max Hinze, Stadtmusik Engen
Zugseilführung Dämpfermechanismus

Technische Zeichnungen

Da ich inzwischen vermehrt nach technischen Zeichnungen für das Gestell gefragt wurde, werde ich sie nun hier zur Verfügung stellen. Natürlich sind alle Angaben ohne Gewähr, die Maßangaben können fehlerhaft sein. Über eine kleine Spende für den Download würde ich mich natürlich freuen. 

 

Gerne würde ich Bilder von euren fertigen nachgebauten Röhrenglocken hier veröffentlichen. Schreibt doch einfach einen Kommentar (unten), oder tretet direkt über Kontakt mit mir in Verbindung.

Zeichnungen als PDF

SketchUp Datei



Kommentare:

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Kommentare: 4
  • #1

    Gabor Uracs (Donnerstag, 18 Januar 2018 08:16)

    Lieber Max!

    Ich freue mich sehr auf deine Beschreibung zu finden. Wir können leider ein echtes Röhrenglocken nicht leisten, villeicht selbst bauen wäre eine Lösung für unsere Kirchenmusik Gemeinde. Ich habe deine Beschreibung und Plan verstanden. Könntest du bitte die länge von jede einzelne Töne mir durchsenden?
    Ich bedanke dir sehr!
    Mit Dank und freundlichen Grüßen: Gabor Uracs aus Ungarn

  • #2

    Martin (Mittwoch, 21 Februar 2018 01:00)

    Lieber Max,

    ich danke Dir sehr für die Info. Sie hat mir sehr geholfen. Ich werde mir ein 7 Röhriges Spiel bauen. Schön tief. Deine Infos decken sich sehr gut, mit der Umrechnungszahl 1,0293 die mir der Grundlänge je nach dem, immer wieder multipliziert oder dividiert wird.

    Schöne Grüße aus dem Donautal,

    Martin

  • #3

    Rudolf BICHLER (Donnerstag, 22 Februar 2018 18:13)

    Lieber Max.
    Ich baue selbst gerade Röhrenglocken für unseren Musikverein, leider habe ich damit kleine Probleme.
    FRAGE: 1
    Der Bohrungsabstand für die Aufhängung, beeinflusst diese den Klang bzw. das Klangvolumen der Röhren, wenn ja - welchen Bohrungsabstand und welchen Bohrungsdurchmesser haben deine Rohre.
    FRAGE: 2
    Hat das Kunststoffummantelte Stahlseil nicht zuviel Dämpfungseigenschaften, bzw. muss beim Stimmen der Röhrenglocken das Kunststoffummantelte Stahlseil bereits montiert sein.
    Danke für deine Rückantwort.
    Schöne Grüße aus dem Steyrtal.

  • #4

    Rainer Goertz (Mittwoch, 08 Mai 2019 18:46)

    Alle Achtung, ich bin Schreiner und Percussionist. Ich habe gerade chimes gebaut und mich fast ein jahr mit Seilen und Garnen experimentiert, bevor ich das Richtig gefunden habe. Dein Konstruktion ist richtig gut und ich weiß wieviel Zeit und Arbeit darin steckt..... ein paar Fragen hätte ich : Sind Röhren aus Messing, Kupfer, Aluminium oder Edelstahl unterschiedlich im Klang? Was ist da das beste Material?
    Liebe Grüße aus Aachen Rainer Goertz